Graue Erbsen (vegan) mit Kartoffelsalat einfach (vegetarisch)

Graue Erbsen kennen bestimmt noch recht viele Leute. Vor allem den Karnevalisten unter euch müssten sie bekannt vorkommen. Graue Erbsen ist ein traditionelles Aschermittwochsgericht im Rheinland und Westfalen. Bei uns serviert man sie vor allem in den Kneipen und Gaststätten mit Salz- oder Pellkartoffeln und Zwiebelmatjes.

Bei uns Zuhause halten wir es ein wenig anders. Wir machen zu den Grauen Erbsen einen einfachen Kartoffelsalat und geben als Fisch entweder in Sahne und mit Zwiebeln eingelegte Matjes dazu oder, und das mag ich auch besonders gerne, Bismarckrollmops.

Oftmals werden Graue Erbsen mit relativ viel Schweinefett zubereitet. Die Zwiebeln werden dazu in Schweineschmalz angebraten und viele geben auch Speck mit in das Gericht. Das mögen wir alles nicht so gerne und daher ist das hier eine sehr leckere vegane Variante dieses traditionellen Gerichts.

Die Karnevalssaison 2017 ist ja nun fast vorbei. Gestern war mit Rosenmontag der Höhepunkt. Heute, am Klingeldienstag, ist zumeist in den Kneipen noch so richtig was los, bevor es dann morgen heißt: "Am Aschermittwoch ist alles vorbei!". Ich gebe zu, ich bin ein absoluter Karnevalsmuffel. Ich nenne mich gerne auch die "Antikarnevalistin". Trotzdem gibt es ja so das ein oder andere, was mir gut gefällt und dazu gehören auch die Grauen Erbsen.

Ich frage mich manchmal, wohin die dafür verwendeten Kapuzinererbsen nach der Saison verschwinden, denn in den Geschäften finde ich sie tatsächlich nur in den ein bis zwei Wochen vor und nach Aschermittwoch. Da wir Graue Erbsen und diesen süß-sauren Geschmack sehr gerne mögen, kaufe ich immer einige Portionen auf Vorrat.

Ich bin gespannt, ob ihr das Rezept ausprobiert und wie es euch schmeckt! So, nun aber los!

Zutaten für 4 Personen:

Graue Erbsen: 250 g graue Erbsen (Kapuzinererbsen), 4 bis 6 Zwiebeln, 500 ml Gemüsebrühe, 2 EL Zucker, Salz, Pfeffer, Zitronenessig, Pflanzenöl (z.B. Raps), 2 bis 3 EL Mehl

Kartoffelsalat: 600 g Pellkartoffeln, 100 g Mayonnaise, 50 g Joghurt, 1 bis 2 Zwiebeln, 100 g süße Gurken (z.B. Cornichons), Gurkenwasser, Salz, Pfeffer


Und so wird's gemacht: Die Erbsen müssen über Nacht oder zumindest für ca. 12 Stunden einweichen. Auch wenn nachher das eigentliche Rezept nicht viel Zeit und Aufwand benötigt, so muss diese Einweichzeit mit einkalkuliert werden. Die Erbsen einfach in einen ausreichend großen Topf geben und auf doppelte Höhe mit Wasser bedecken, Deckel drauf und stehen lassen.

Da Kartoffelsalat meiner Meinung nach immer am besten schmeckt, wenn er durchgezogen ist, bereite ich diesen einige Stunden vor dem Servieren oder sogar am Tag vorher zu. Dazu einfach die Kartoffeln pellen, ganz nach Gusto in Scheiben oder Würfel schneiden, die Zwiebel(n) ebenfalls pellen und in kleine Würfel schneiden, die süßen Gurken in Scheiben oder Würfel schneiden und alles zusammen in eine Salatschüssel geben. Separat die Salatsoße zubereiten. Dafür Mayonnaise mit Joghurt verrühren und dann Gurkenwasser hinzugeben, bis eine relativ flüssige Soße entsteht. Die Salatsoße darf jetzt ruhig recht flüssig sein, denn die Kartoffeln ziehen viel, so dass es beim Servieren passt. Rührt man jetzt eine Soße an, deren Konsistenz eher dickflüssig ist, so hat man am Ende eine dicke Pampe um die Kartoffeln und muss Flüssigkeit nachgeben. Die Salatsoße mit Salz und Pfeffer abschmecken. Sie darf einen Hauch zu salzig sein, dann passt es, da die Kartoffeln auch viel von dem Salz nehmen. Durch das leicht süßliche Gurkenwasser benötigt diese Salatsoße keinen weiteren Zucker. Wer mag, kann den Salat vor dem Servieren mit frischer Petersilie bestreuen.

Für die Grauen Erbsen müssen nun die eingeweichten Erbsen gekocht werden. Ich koche sie in ihrem Einweichwasser. Die gequollenen Erbsen sollten immer noch einen Finger breit mit Wasser bedeckt sein. Haben die zu viel Wasser gezogen, noch ein wenig Wasser nachgeben und dann für ca. 1,5 Stunden kochen. Dann sind sie, meiner Erfahrung nach, auch weich. Allerdings haben es die Kapuzinererbsen so an sich, dass sie nicht zerkochen oder extremst weich werden. Sie erinnern mich da der Konsistenz nach ein wenig an Kichererbsen. Nachdem die Erbsen also nun gekocht haben und gar sind, gieße ich sie ab. Ich setze sie danach mit einem halben Liter Gemüsebrühe wieder auf und lasse sie darin weitere 10 Minuten leicht köcheln.

In er Zwischenzeit schäle ich die Zwiebeln und schneide sie in Halbringe. In einem Topf erhitze ich ca. 4 EL Pflanzenöl und schmore die Zwiebeln darin goldgelb ab. Sind die Zwiebeln schön weich und goldgelb gebe ich den Zucker dazu und rühre weiter, bis er sich gelöst hat und anfängt, leicht zu karamellisieren. Dann gebe ich 2 EL Mehl hinzu und verrühre es.

Die Erbsen können nun abgegossen werden. Die Gemüsebrühe wird aufgefangen. Mit dieser Brühe werden nun die Zwiebeln abgelöscht und die Soße angerührt. Da die Soße durch den Zucker leicht süßlich ist, wird sie jetzt mit Essig süß-sauer abgeschmeckt. Bei der Menge des benötigten Essigs möchte ich keine Mengenangabe machen, da das reine Geschmackssache ist. Am Ende die Erbsen in die Soße geben und mit Salz, Pfeffer und eventuell Essig oder Zucker abschmecken.

 


Wir servieren bei uns Zuhause die Grauen Erbsen mit Kartoffelsalat und Bismarckrollmops oder in Sahne eingelegtem Zwiebelmatjes.